Tassenregal aus Klötzchen

Holzklötzchen Bastel-Tipps von Franzi aus dem WeserklecksWERK | DIY

 

Passende Workshops zu Holz, Leim & Schnitzen

Darum gehts im Video:

In diesem Video dreht sich wieder alles um Klötzchen. Diesmal wird daraus allerdings weder ein Kartenhalter noch irgendein kleines Dekoobjekt, sondern ein ausgewachsenes Tassenregal. 

Und der Grund dafür ist eigentlich ziemlich nachvollziehbar: Wer Kaffee liebt, sammelt früher oder später auch Tassen. Manche werden gekauft, manche bekommt man geschenkt, andere werden selbst bemalt oder getöpfert und dann gibt es natürlich noch diese ganz besonderen Exemplare, die vorsichtshalber im hintersten Winkel des Schrankes versteckt werden, damit bloß niemand anderes daraus trinkt.

Franzi kennt dieses Problem jedenfalls ziemlich gut. Die Idee für ein eigenes Tassenregal schlummert deshalb schon seit rund zwei Jahren in ihrem Kopf. Fertige Lösungen gibt es zwar reichlich zu kaufen, nur passen die eben nicht automatisch zu den eigenen Tassen. Große Becher, kleine Tassen, breite Henkel, schmale Henkel oder vielleicht sogar Espressotassen: Irgendwie ist jede Sammlung anders. Warum also ein Regal passend suchen, wenn man es aus Klötzchen einfach passend bauen kann?

Genau das machen wir in diesem Video. Entstanden ist ein ungefähr 42 mal 32 Zentimeter großes Regal mit Platz für sechs Tassen. Das Entscheidende ist allerdings nicht diese eine Größe, sondern das Prinzip dahinter. Denn wer verstanden hat, wie Rückwand, Rahmen und Zwischenboden aufgebaut werden, kann daraus genauso gut ein Regal für vier, acht, neun, zwölf oder im Zweifel auch 25 Tassen bauen. Wobei sich spätestens bei 25 Lieblingstassen vielleicht doch die Frage stellt, ob das Regal wirklich das eigentliche Problem ist.

Warum sollte man das Tassenregal zuerst planen und erst danach kleben?

Einer der wichtigsten Tipps in diesem Video kommt noch bevor überhaupt richtig geklebt wird: Das komplette Projekt sollte zunächst einmal trocken ausgelegt werden. Also Klötzchen auf den Tisch, Tassen dazu und ausprobieren.

Das klingt banal, erspart später aber ziemlich viel Ärger. Gerade bei einem Regal kommt schließlich noch ein Rahmen um die eigentliche Fläche herum. Wenn am Ende irgendwo ein halber Zentimeter fehlt oder ein Klötzchen zu weit heraussteht, passt dieser Rahmen plötzlich nicht mehr. Dann hilft auch der beste Holzleim nicht.

Deshalb wird das Tassenregal im Grunde wie ein Puzzle oder ein Lego-Projekt vorbereitet. Wie breit müssen die einzelnen Fächer sein? Wie viel Platz benötigt ein Henkel? Sollen zwei Ebenen gleich hoch sein oder bekommt die untere Ebene vielleicht mehr Platz für große Becher und die obere weniger für Espressotassen?

Genau an diesem Punkt zeigt sich der große Vorteil des Selbstbaus. Das Regal muss sich nicht an irgendein vorgegebenes Raster halten. Es kann exakt an die eigene Tassensammlung angepasst werden. Und wer später feststellt, dass eine asymmetrische Aufteilung eigentlich viel sinnvoller wäre, kann auch genau das machen.

Welche Klötzchen braucht man für das Regal?

Verwendet werden ganze und halbe Klötzchen. Die halben Exemplare kann man fertig kaufen oder ganz einfach selbst zusägen. Und falls weder Säge noch Werkstatt vorhanden sind, ist das ebenfalls kein Grund, das Projekt direkt wieder zu beerdigen. Das grundsätzliche Bauprinzip funktioniert auch ausschließlich mit ganzen Klötzchen. Dann verändert sich lediglich das Raster etwas.

Dazu kommt Holzleim, im Video ein Express-Holzleim, ein leicht feuchter alter Lappen und eine Unterlage für den Arbeitsplatz. Gerade der Lappen entwickelt sich im Laufe des Projektes fast zu einem der wichtigsten Werkzeuge überhaupt. Denn auch wenn Holzleim später transparent trocknet, sieht eine herausgequollene Kleberaupe am fertigen Regal eben trotzdem nicht besonders schön aus.

Und noch ein Tipp zur Unterlage: Papier ist eher ungeeignet. Holzleim, Papier und Holz können nämlich eine ziemlich innige Verbindung eingehen. Eine Schneidmatte oder irgendeine abwischbare Unterlage funktioniert deutlich besser. Dafür muss auch niemand für drei Klötzchenprojekte direkt eine professionelle A1-Schneidmatte kaufen.

Warum wird die Rückwand aus einzelnen Modulen gebaut?

Natürlich könnte man theoretisch jedes einzelne Klötzchen direkt an das nächste kleben und versuchen, sofort eine komplette Rückwand aufzubauen. Praktisch würde das allerdings bedeuten, dass der Leim an sehr vielen Stellen gleichzeitig arbeiten muss und die noch frische Konstruktion immer wieder auseinanderfallen kann. Deshalb wird in Modulen gebaut.

Zunächst entstehen einzelne Reihen. Für die im Video verwendete Variante werden dabei ganze und halbe Klötzchen kombiniert. Anschließend werden mehrere Reihen wiederum zu größeren Platten verbunden und erst danach entsteht daraus die komplette Rückwand.

Das hat gleich mehrere Vorteile. Die kleineren Elemente lassen sich leichter gerade ausrichten, sie sind schneller stabil und man muss nicht gleichzeitig an zehn Stellen versuchen, noch feuchte Klötzchen zusammenzuhalten.
Franzi baut die einzelnen Reihen außerdem versetzt auf. 

Optisch erinnert das ein wenig an Parkett und gleichzeitig bringt diese Bauweise zusätzliche Stabilität. Es muss allerdings nicht zwingend genau so gemacht werden. Wer Klötzchen einfach nebeneinander setzen möchte, kann das ebenfalls tun. Dann braucht der Leim gegebenenfalls einfach etwas mehr Zeit.

Warum sollte man Klötzchen besser liegend kleben?

Wer schon einmal versucht hat, mehrere Holzstücke senkrecht miteinander zu verkleben, kennt vermutlich das Problem: Eine Hand hält links, eine rechts, das mittlere Teil rutscht weg und irgendwo klebt plötzlich etwas, das eigentlich überhaupt keinen Leim bekommen sollte.Deshalb lautet eine der wichtigsten Regeln im Video: Klötzchen möglichst liegend miteinander verkleben.

Die einzelnen Elemente werden zunächst hochkant gestellt, damit der Leim bequem auf mehrere Kanten aufgetragen werden kann. Anschließend legt man sie jedoch wieder flach auf die Arbeitsfläche und setzt sie dort zusammen. So muss der Leim nicht sofort das komplette Gewicht der Konstruktion tragen. Zusätzliche Klötzchen rechts und links dienen dabei als sogenannte Richtklötzchen. Sie werden nicht festgeklebt, sondern lediglich zum Ausrichten verwendet. Damit lassen sich die einzelnen Reihen sauber zusammenschieben und es entsteht eine möglichst gerade Fläche. Und möglichst gerade ist bei diesem Projekt tatsächlich wichtig. Nicht deshalb, weil ein selbst gebautes Holzregal aussehen müsste wie ein industriell gefertigtes Möbelstück. Kleine Unregelmäßigkeiten gehören schließlich dazu. Problematisch wird es nur dann, wenn zwischen zwei Teilen so viel Luft entsteht, dass kaum noch Klebefläche vorhanden ist.

Warum ist Geduld trotz Express-Leim weiterhin eine gute Idee?

„Express“ auf der Leimflasche bedeutet leider nicht, dass eine frisch geklebte Platte nach 20 Sekunden bedenkenlos durch den Raum getragen werden kann. Auch schnell abbindender Holzleim braucht einige Minuten, bevor die Konstruktion genügend Stabilität hat. Gerade beim Aufbau aus Modulen lohnt es sich deshalb, mehrere Teile nacheinander vorzubereiten. Während ein Element trocknet, kann bereits am nächsten gearbeitet werden. Genau dadurch lässt sich das Projekt erstaunlich zügig umsetzen, ohne den Leim ständig zu überfordern. Und falls doch einmal Kleber an der falschen Stelle landet, ist das ebenfalls kein Drama. Solange er noch nicht getrocknet ist, lässt er sich mit dem feuchten Lappen problemlos entfernen. Das Klötzchen muss deshalb weder aussortiert noch entsorgt werden.

Auch hier zeigt das Video wieder sehr schön, warum reale DIY-Projekte manchmal hilfreicher sind als sterile Perfektionsvideos. Es kleckert, etwas verrutscht, der Leim landet an einer Stelle, an der er eigentlich nicht hingehört und trotzdem entsteht am Ende ein ordentliches Regal.

Wie groß ist das Tassenregal aus dem Video?

Das gezeigte Regal ist ungefähr 42 Zentimeter breit und 32 Zentimeter hoch und wurde für sechs Tassen geplant. Die Rückwand besteht aus mehreren vorbereiteten Reihen und Platten. Insgesamt kommt sie beim gezeigten Regal auf 13 Reihen. Danach werden die äußeren Rahmenteile sowie der Zwischenboden ergänzt, der aus der großen Fläche zwei Ebenen macht. Gerade an dieser Stelle lohnt sich noch einmal der Test ohne Leim. Rahmen anlegen, Mittelboden positionieren und prüfen, ob alles tatsächlich so zusammenpasst, wie es vorher geplant wurde.

Holzklötzchen sind schließlich kein hochpräzises industrielles Bauteil. Kleine Unterschiede bei Schnitt, Maserung oder Abmessungen können vorkommen. Genau deshalb sollte man nicht blind davon ausgehen, dass eine rechnerisch passende Kombination automatisch auf den Millimeter genau aufgeht. Im Video wird deshalb lieber einmal mehr angehalten, angelegt und kontrolliert. Das kostet vielleicht eine Minute zusätzlich, kann aber verhindern, dass später ein kompletter Rahmen wieder auseinandergebaut werden muss.

Wie entsteht aus der Rückwand ein richtiges Regal?

Sobald die Rückwand ausreichend stabil ist, kommen die Rahmenteile hinzu. Sie werden außen an die Rückwand gesetzt und nicht einfach oben auf die Fläche geklebt. Damit entsteht nach und nach eine kastenähnliche Form. Und genau in diesem Moment fällt auf, dass die Grundidee eigentlich noch viel mehr kann als nur Tassen aufzubewahren. Ohne Mittelboden könnte daraus beispielsweise eine dekorative Holzkiste werden. Mit anderen Unterteilungen wäre ein kleiner Setzkasten denkbar. Auch als Geschenkkiste oder Präsentationsbox könnte die Konstruktion funktionieren. Das ist wieder einer dieser typischen Momente, bei denen aus einem einzigen Klötzchenprojekt plötzlich fünf neue Ideen entstehen.

Beim Tassenregal kommt anschließend noch die mittlere Platte hinein. Sie wird bewusst erst relativ spät eingesetzt, weil der äußere Rahmen dann bereits Halt gibt. Dadurch lässt sich der Zwischenboden einfacher positionieren und sauber verkleben.

Muss der Zwischenboden genau in der Mitte sitzen?

Nein. Und diese Erkenntnis entwickelt sich sogar erst während des Videos. Beim gezeigten Regal sitzt der Zwischenboden ungefähr mittig, weil die verwendeten Tassen damit gut in die vorgesehenen Fächer passen. Aber natürlich könnte die Aufteilung auch komplett anders aussehen. Wer unten hohe Kaffeebecher und oben kleine Espressotassen unterbringen möchte, setzt den Zwischenboden einfach höher. Umgekehrt funktioniert es genauso. Das ist vielleicht einer der größten Vorteile gegenüber einem gekauften Tassenregal. Hier muss nicht die Tassensammlung zum Möbelstück passen, sondern das Möbelstück wird passend zur Sammlung gebaut.

Auch die Breite lässt sich entsprechend verändern. Becher ohne Henkel benötigen beispielsweise weniger seitlichen Platz als breite Tassen mit großen Griffen. Deshalb lohnt es sich wirklich, die eigenen Tassen bereits beim Planen auf den Tisch zu stellen.

Wie bekommt das Regal zusätzliche Stabilität?

Wenn das Regal vollständig zusammengesetzt ist, können die inneren Fugen noch einmal mit etwas Holzleim nachgezogen werden. Im Video wird das mit dem Prinzip einer Acrylfuge verglichen. Ein wenig Leim kommt in die Verbindung, anschließend wird er mit dem Finger sauber in die Fuge gestrichen. Dadurch gelangt Kleber auch in kleine Zwischenräume und die Verbindung bekommt zusätzliche Stabilität.

Das ist besonders an den Stellen sinnvoll, an denen Rahmen und Rückwand nur über eine vergleichsweise schmale Kante miteinander verbunden sind. Danach gilt allerdings wieder: trocknen lassen. Wer das Tassenregal später aufhängen möchte, kann entsprechende Löcher bohren und eine Wandbefestigung vorsehen. Das sollte allerdings erst passieren, wenn der Leim wirklich vollständig durchgetrocknet ist. Schließlich sollen später nicht nur ein paar Gramm Dekoration im Regal stehen, sondern mehrere Tassen.

Wie lässt sich das Tassenregal personalisieren?

Naturholz funktioniert bei diesem Projekt schon ganz hervorragend, aber natürlich muss das Regal nicht so bleiben. Franzi zeigt im Video unter anderem kleine Holzbuchstaben, mit denen sich Namen oder Begriffe aufkleben lassen. Das funktioniert ganz ohne Plotter und ohne aufwendige Technik. Ein wenig Holzleim reicht völlig aus. Wer einen Plotter besitzt, kann natürlich Schriftzüge oder Motive aufbringen. Stempeln funktioniert ebenfalls und selbst der 3D-Drucker bekommt kurz seinen Auftritt. Ein individueller Schriftzug aus dem Drucker wäre schließlich genauso denkbar. Damit eignet sich das Regal auch hervorragend als Geschenk. Namen, Initialen, ein Hochzeitsdatum oder ein kurzer Spruch machen aus der einfachen Klötzchenkonstruktion schnell ein sehr persönliches Einzelstück.

Und natürlich ließe sich das Holz zusätzlich bemalen, ölen oder anderweitig gestalten. Das Grundgerüst ist letztlich nur die Leinwand.

Warum muss ein selbst gebautes Regal nicht perfekt gerade sein?

Vielleicht ist das sogar einer der schönsten Gedanken aus diesem Video. Die verwendeten Klötzchen bestehen aus Holz. Sie können kleine Unterschiede haben, eine Maserung kann stärker ausfallen und manchmal ist eine Kante eben nicht hundertprozentig gerade. Gleichzeitig kann beim Kleben auch mal etwas verrutschen.

Das bedeutet aber nicht, dass das Projekt misslungen ist. Ein selbst gebautes Regal muss nicht aussehen, als wäre es von einer Maschine ausgespuckt worden. Kleine Unterschiede machen genau den Charme solcher Projekte aus. Wichtig ist lediglich, dass die Konstruktion stabil ist und die einzelnen Teile ausreichend Klebefläche haben.

Und falls das Regal am Ende tatsächlich minimal kippelt, gibt es dafür schließlich immer noch Filzgleiter. Lohnt es sich, ein Tassenregal selbst zu bauen? Spätestens beim Blick auf fertige Tassenregale stellt sich diese Frage kaum noch.
Im Video erzählt Franzi, dass schönere gekaufte Varianten schnell bei rund 39 oder 59 Euro anfangen können und größere Modelle teilweise deutlich teurer werden. Vor allem bekommt man dort aber immer eine vorgegebene Aufteilung. Beim Klötzchenregal bestimmt dagegen die eigene Tassensammlung die Maße.

Große Tasse? Das Fach wird größer. Kleine Espressotasse? Der Zwischenboden wandert. Acht Lieblingstassen? Dann wird die Rückwand eben erweitert.

Und genau deshalb ist dieses Projekt eigentlich ein perfektes Beispiel dafür, warum wir so gerne mit Klötzchen arbeiten. Aus einem sehr einfachen Material entsteht etwas, das nicht nur dekorativ aussieht, sondern ein ganz konkretes Alltagsproblem löst.

In diesem Fall lautet das Problem eben: zu viele Lieblingstassen im Schrank. Ob man damit wirklich wieder alle Tassen im Schrank hat, bleibt zwar weiterhin ungeklärt. Aber wenigstens stehen danach sechs davon ziemlich hübsch im Regal.

1 von 3