Schuhe bemalen Anleitung - Sneaker Upcycling

Kreativ sein mit WeserklecksWERK Franzi - DIY

 

Darum gehts:

Schuhe bemalen: So bekommen alte Sneaker ein zweites Leben

Manchmal braucht ein Lieblingsschuh gar keinen Platz im Schuhschrank der vergessenen Dinge. Manchmal braucht er einfach nur ein bisschen Farbe, ein bisschen Mut und vielleicht jemanden, der sagt: „Doch, das geht wirklich.“ Genau darum geht es in unserem neuen Video im WeserklecksWERK. Wir zeigen euch 3 plus 1 Tipps zum Thema Schuhe bemalen und gestalten. Und ja, das ist ein richtig schönes Upcycling-Projekt, vor allem dann, wenn ein Schuh eigentlich noch gut ist, aber ein Fleck, eine Macke oder einfach ein bisschen Langeweile die Freude daran genommen hat.

Denn seien wir ehrlich: Gerade helle Sneaker sehen am Anfang immer aus wie „Ich werde jetzt ein ordentlicher Mensch“, und drei Tage später fragt man sich, ob man versehentlich durch ein Bastelprojekt, einen Spielplatz und eine matschige Wiese gleichzeitig gelaufen ist und dabei auch noch jeden Hundehaufen mitgenommen hat. Aber genau da wird es spannend. Statt die Schuhe auszusortieren, kann man sie bemalen, gestalten und ihnen einen komplett neuen Charakter geben.

Im Video geht es bewusst nicht um High-End-Custom-Sneaker, wie sie echte Profis mit speziellen Schuhfarben, Airbrush und Versiegelungen gestalten. Das ist noch mal eine ganz eigene Welt. Wir bleiben im WeserklecksWERK bei der DIY-Variante, die zu Hause umsetzbar ist, Spaß macht und auch wunderbar in Ferienprojekten mit Jugendlichen funktioniert. Es geht ums Ausprobieren, ums Retten, ums Verschönern und darum, alten Schuhen eine zweite Chance zu geben.

Welche Schuhe kann man überhaupt bemalen?

Bevor es losgeht, lohnt sich der erste ehrliche Blick auf den Schuh. Denn Schuh ist nicht gleich Schuh. Ein reiner Textilschuh verhält sich anders als ein Sneaker aus Kunstleder, Leder oder Gummi. Wildleder ist noch einmal schwieriger, weil die Oberfläche empfindlicher ist und Farbe dort nicht so unkompliziert sitzt.

Für den Einstieg eignen sich alte Sneaker besonders gut. Am besten Schuhe, bei denen man nicht in Tränen ausbricht, wenn die erste Linie nicht perfekt wird. Genau das nimmt den Druck raus. Es geht schließlich nicht darum, ein Museumsstück zu erschaffen, sondern ein Upcycling-Projekt, das Spaß macht und tragbar bleibt.

Textilschuhe können sehr gut mit Textilfarben gestaltet werden. Diese Farben sind für Stoff gemacht, lassen sich je nach Produkt durch Hitze fixieren und bleiben flexibler. Für Kunstleder, Lederoptik, Gummi oder Mischmaterialien kann man im DIY-Bereich mit Acrylfarbe arbeiten. Für professionelle Ergebnisse gibt es spezielle Schuhfarben, aber für unser Projekt reichen gute Acrylfarben völlig aus.

Warum ist der Untergrund beim Schuhe bemalen so wichtig?

Tipp Nummer 1 ist eigentlich der unromantischste, aber vermutlich der wichtigste: Der Schuh muss sauber sein. Klingt logisch, klingt langweilig, ist aber entscheidend. Wenn Staub, Schmutz, Fett oder alte Flecken auf der Oberfläche sitzen, malt man die Farbe nicht wirklich auf den Schuh, sondern auf den Dreck. Und wenn der sich löst, löst sich die Farbe gleich mit. Das wäre ziemlich ärgerlich, vor allem wenn man gerade eine Stunde konzentriert Blümchen, Muster oder Neonflächen gemalt hat.

Also: Schuhe vorher reinigen. Je nach Material geht das mit Wasser, etwas Spülmittel, einem Lappen oder bei glatteren Oberflächen auch mit Glasreiniger.

Wichtig ist, dass die Fläche danach trocken und möglichst fettfrei ist. Das ist ein bisschen wie beim Nägel lackieren. Wenn darunter noch alte Reste, Öl oder Krümel vom Leben kleben, wird es nicht schön. Beim Schuh ist das genauso. Eine saubere Grundlage macht das Malen leichter und sorgt dafür, dass die Farbe besser hält.

Warum sollte man die Schuhe ausstopfen?

Ein kleiner Tipp, der im Video fast nebenbei zugeflogen kommt, aber wirklich hilft: Stopft die Schuhe vor dem Bemalen aus! Gerade getragene Schuhe haben Knicke, Falten und weiche Stellen. Wenn man darauf malt, gibt die Oberfläche nach. Linien werden unruhiger, Flächen lassen sich schlechter ausmalen und man drückt mehr herum, als einem lieb ist. Mit zusammengeknülltem Papier, Packpapier oder ähnlichem Material bekommt der Schuh wieder mehr Form und Stabilität.

Natürlich kann man auch einen Schuhspanner nutzen. Der hilft vor allem im vorderen Bereich. Bei getragenen Schuhen sind aber oft auch andere Stellen geknickt. Papier hat hier den Vorteil, dass man es genau dort hineinstopfen kann, wo man Gegendruck braucht.

Wenn ihr später mit Stempeln oder Markern arbeitet, ist dieser Gegendruck sogar noch wichtiger. Sonst drückt man auf eine weiche Fläche und bekommt keinen sauberen Abdruck oder keine präzise Linie.

Warum sollte man Flächen abkleben?

Tipp Nummer 2: Klebt euch die Bereiche ab, die ihr bemalen wollt oder eben nicht bemalen wollt. Das klingt erst einmal nach Extraarbeit, spart aber am Ende Nerven. Wer schon einmal eine Wand gestrichen hat, kennt das Prinzip. Saubere Kanten entstehen nicht durch gutes Zureden, sondern durch gutes Abkleben. Es sei denn ihr habt zwei linke Hände, aber die habt ihr ja nicht! Ihr könnt das! Jeder kann das! Gemeinsam schaffen wir das, denn beim Schuh funktioniert das genauso.

Ihr könnt die Gummisohle abkleben, Nähte als Orientierung nutzen oder ganz bewusst geometrische Flächen setzen. Dreiecke, Streifen, Farbfelder oder einzelne Segmente lassen sich so viel einfacher gestalten. Besonders beim ersten Versuch hilft das enorm, weil man nicht ständig Angst haben muss, mit dem Pinsel irgendwo zu landen, wo man gar nicht hinwollte.

Normales Kreppband funktioniert, Frog Tape oder ein stärkeres Malerband kann die Kanten noch besser schützen. Wichtig ist, dass das Band gut angedrückt wird, damit keine Farbe darunter läuft.

Und falls doch mal etwas daneben geht: Solange Acrylfarbe noch feucht ist, kann man sie oft mit einem feuchten Läppchen abwischen. Danach wird es schwieriger. Also nicht erst nach dem Kaffee schauen, ob etwas schiefgelaufen ist.

Wie malt man mit Acrylfarbe auf Schuhen?

Acrylfarbe eignet sich im DIY-Bereich gut, wenn man glatte oder leicht strukturierte Flächen gestalten möchte. Man braucht dafür nicht viel: Acrylfarbe, einen Pinsel, ein Wasserglas, einen kleinen Teller als Palette und ein bisschen Geduld.

Der wichtigste Tipp beim Malen: Nicht zu dick auftragen. Lieber mehrere dünne Schichten malen als eine dicke. Eine dicke Farbschicht trocknet schlechter, kann starrer werden und an Knickstellen eher reißen oder abblättern. Dünne Schichten lassen sich besser aufbauen und sehen am Ende meist sauberer aus.

Wenn eine Farbe nicht sofort deckt, ist das kein Drama. Dann lässt man sie trocknen und malt eine zweite Schicht darüber. Wichtig ist nur: Die untere Schicht muss trocken sein, bevor die nächste kommt. Sonst schiebt man die Farbe nur hin und her und wundert sich, warum es aussieht wie gewollt, aber nicht gekonnt.

Im Video wird eine Fläche mit Neongelb grundiert. Das ist ein schönes Beispiel, weil man direkt sieht, wie stark Farbe den Charakter eines Schuhs verändern kann. Aus einem normalen Sneaker wird plötzlich ein Einzelstück. Und wenn die Grundfläche steht, kann man später mit Mustern, Linien, Blumen, Punkten oder kleinen Illustrationen weiterarbeiten.

Kann man Schuhe auch bestempeln?

Ja, grundsätzlich kann man Schuhe auch bestempeln. Aber hier kommt direkt das große „aber“. Der Untergrund muss dafür fest genug sein, und man braucht von innen ordentlich Gegendruck. Bei weichen Schuhflächen drückt der Stempel sonst ins Material, statt einen sauberen Abdruck zu hinterlassen. Außerdem sollte man mit wasserfester Stempelfarbe arbeiten. StazOn ist zum Beispiel eine Farbe, die auf vielen glatten Untergründen funktioniert und schnell trocknet.

Der Vorteil: Man bekommt Motive relativ schnell und gleichmäßig auf den Schuh. Der Nachteil: Wenn man sich verstempelt, ist es schwierig, den Abdruck wieder sauber zu entfernen. Gerade schnell trocknende Farben verzeihen nicht so viel.
Für Anfänger ist Malen mit Markern oft entspannter. Wer aber gerne stempelt und ein bisschen Erfahrung hat, kann damit tolle Akzente setzen. Vielleicht nicht direkt auf dem teuersten Schuh anfangen. Sagen wir es mal so.

Warum sind Acrylmarker so praktisch?

Tipp Nummer 3 sind Acrylmarker. Im Video geht es besonders um Posca-Marker, weil Franzi damit sehr gerne im WeserklecksWERK arbeitet. Acrylmarker sind ideal, wenn man Details setzen möchte, ohne mit einem feinen Pinsel kämpfen zu müssen. Blumenmotive, kleine Linien, Comic-Elemente, Punkte, Umrandungen, Schriftzüge oder nachgezogene Nähte lassen sich mit einem Marker oft viel kontrollierter malen. Gerade für Menschen, die beim Pinsel immer denken „Warum macht der Pinsel nicht, was meine Hand will?“, sind Acrylmarker ein Geschenk. Man kann damit sehr gut Highlights setzen und eine bemalte Fläche später weiter ausarbeiten.

Wichtig ist: Die Marker müssen vor der Nutzung gut geschüttelt und aktiviert werden. Wer noch nie mit Posca-Markern gearbeitet hat, sollte vorher auf Papier oder einem Reststück testen. Und auch hier gilt: Wenn ihr auf eine frisch bemalte Fläche malt, muss diese Fläche trocken sein. Im Video entstehen mit den Markern einfache kleine Blümchen. Genau solche Motive sind perfekt für den Einstieg. Sie müssen nicht fotorealistisch sein. Sie sollen Freude machen. Und wenn am Ende ein Schuh entsteht, der nach „selbstgemacht und richtig süß“ aussieht, ist das Ziel erreicht.

Was ist der Plus-Tipp für den perfekten Abschluss?

Der Plus-Tipp ist eigentlich simpel, aber richtig wirkungsvoll: neue Schnürsenkel. Man kann einen Schuh bemalen, gestalten und aufhübschen, aber wenn danach die alten ausgefransten Schnürsenkel wieder reinkommen, nimmt das dem Ergebnis manchmal den Glanz. Neue Schnürsenkel kosten meistens nicht die Welt und können farblich perfekt zum neuen Design passen. Neongelbe Fläche? Dann vielleicht passende gelbe, pinke oder schwarze Schnürsenkel. Blumenmuster? Dann vielleicht etwas Zartes. Comic-Look? Dann darf es gerne knallen.

Bitte nicht die Schnürsenkel einfach mit Acrylfarbe anmalen. Das klingt erst mal nach „Ach komm, machen wir schnell mit“, ist aber keine gute Idee. Acrylfarbe wird fest. Auf Textil bedeutet das: Die Schnürsenkel werden starr, hart und unangenehm. Dann lieber neue kaufen. Das Ergebnis sieht besser aus und fühlt sich auch besser an.

Muss man bemalte Schuhe versiegeln?

Die ehrliche Antwort: Kommt drauf an. Acrylfarbe ist nach dem Trocknen wasserfest. Für ein einfaches Upcycling-Projekt mit alten Schuhen reicht das oft aus. Wenn die Schuhe aber regelmäßig getragen werden sollen, mit Regen in Kontakt kommen oder wenn ihr extra neue Schuhe für das Projekt gekauft habt, kann eine Versiegelung sinnvoll sein.

Es gibt Versiegelungen für Acrylfarben, Lacke zum Aufpinseln und auch Sprays. Im Fachhandel findet man sogar Produkte, die speziell für Schuhe geeignet sind. Wer länger etwas vom Ergebnis haben möchte, sollte sich damit beschäftigen.

Für ein Ferienprojekt, ein kreatives Experiment oder ein zweites Leben alter Sneaker muss man es aber nicht überkomplizieren. Manchmal ist gerade das der Charme: Aus einem alten Schuh wird mit Farbe, Markern und neuen Schnürsenkeln ein Unikat. Und wenn er danach noch eine schöne Saison mitmacht, hat er seinen Job mehr als erfüllt.

Warum ist Schuhe bemalen ein tolles Upcycling-Projekt?

Weil es niedrigschwellig ist, kreativ und sinnvoll. Man nimmt etwas, das vielleicht nicht mehr perfekt ist, und macht daraus etwas Neues. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern auch persönlich.

Gerade für Jugendliche ist Schuhe bemalen ein tolles Projekt. Man arbeitet an etwas, das man wirklich benutzen kann. Es landet nicht als Deko irgendwo in der Ecke, sondern kann getragen werden. Gleichzeitig lernen Kinder und Jugendliche, dass man Dinge nicht sofort ersetzen muss, nur weil sie nicht mehr makellos sind.

Und genau das passt so gut zum WeserklecksWERK. Kreativität muss nicht immer aus neuen Materialien entstehen. Manchmal entsteht sie aus dem, was schon da ist. Aus einem Fleck. Aus einem alten Sneaker. Aus einer Farbe, die man sonst nie genommen hätte. Und aus der Idee: Wir probieren das jetzt einfach mal aus.

Warum sollte man das Video anschauen?

Weil man im Video viel besser sieht, worauf es ankommt. Wie wird der Schuh vorbereitet? Warum wird ausgestopft? Wie klebt man Flächen ab? Wie trägt man die Farbe auf? Warum trägt Franzi kein Mikrofon? Warum ist Jens das nicht vorher aufgefallen? Wie wirken Acrylmarker auf dem Schuh? Und warum machen neue Schnürsenkel am Ende so viel aus?

Franzi zeigt die Schritte ehrlich und alltagstauglich. Nicht als perfektes Hochglanz-Tutorial, bei dem alles schon vorab wie aus dem Bastelhimmel aussieht, sondern so, wie es beim Kreativsein eben ist: Man probiert, man erklärt, man lacht, man findet Lösungen und am Ende entsteht etwas, das vorher noch nicht da war.

Wenn ihr also noch alte Sneaker zu Hause habt, die eigentlich zu schade für die Tonne sind, dann schaut euch das Video an. Holt Acrylfarben, Pinsel, Marker, Klebeband und vielleicht ein paar neue Schnürsenkel raus. Dann wird aus „Kann man die noch tragen?“ ganz schnell „Guck mal, die habe ich selbst gemacht.“ und auf Festivals habt ihr einen weiteren Hingucker bei eurem Outfit! Vielleicht eure Lieblingskünstler auf die Schuhe?

Wenn ihr Lust habt, solche Projekte gemeinsam auszuprobieren, schaut unbedingt beim WeserklecksWERK vorbei. Auf der Webseite findet ihr unsere Workshops, kreativen Angebote und viele Ideen rund ums Selbermachen. Hier darf geklebt, gemalt, gestempelt, ausprobiert und auch mal neu angefangen werden. Denn am Ende geht es nicht darum, dass alles perfekt ist. Es geht darum, dass man sich traut. Und wenn aus alten Schuhen neue Lieblingsstücke werden, dann hat sich die Farbe doch schon gelohnt.

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