Stempeln
Kreativ sein mit WeserklecksWERK Franzi
Darum gehts:
Stempeln war für mich der Einstieg zurück ins Kreative. Nicht, weil ich schon alles konnte, sondern weil Stempeln genau das bietet, was viele am Anfang brauchen: schnelle Erfolgserlebnisse ohne stundenlanges Üben. Du brauchst keine perfekte Handschrift, keine Mal-Skills und auch keine riesige Materialschlacht. Du brauchst ein paar Stempel, ein gutes Stempelkissen und ein paar Kniffe, die den Unterschied machen zwischen frustig und richtig schön.
In diesem Video nehme ich dich einmal kurz mit an meinen Arbeitsplatz, zeige dir, warum hier alles so liegt wie es liegt, und dann bekommst du drei Tipps, die dir sofort bessere Abdrücke bringen. Und am Ende gibt es noch ein Plus aus der Zauberschublade, das viele Karten in fünf Sekunden „fertig“ wirken lässt.
Was liegt auf meinem Arbeitsplatz und warum steht da ein Teller?
Bevor wir überhaupt stempeln, zeige ich dir einmal, was hier überhaupt bereitliegt. Postkarten, die schon zugeschnitten sind, Stempelkissen in verschiedenen Farben, einmal wasserlöslich (bezogen auf den Stempel) und einmal wasserfest, ein Stempelreiniger und natürlich eine kleine Auswahl an Stempeln.
Und dann kommt das Ding, das viele nicht kennen: der Stempelparkplatz. Das ist kein Gag, sondern einfach praktisch. Wenn du zwischen Farben wechselst, willst du nicht, dass am Ende jedes Kissen schwarz ist. Außerdem ist es viel leichter, den Stempel sauber abzulegen und im Blick zu behalten, wenn er nicht irgendwo auf dem Tisch herumrollt. Darum liegt er bei mir auf dem Teller und genau da bleibt er, bis er wieder dran ist.
Warum färbst du den Stempel von oben ein?
Der größte Aha Moment für viele ist Tipp Nummer 1. Wir drücken den Stempel nicht wie früher bei der Post ins Kissen, als würde man ihn „versenken“. Wir färben von oben ein.
Im Video siehst du genau, warum das so viel besser ist. Du hast die Kontrolle darüber, wo Farbe landet, du siehst sofort, ob genug Farbe auf dem Motiv ist, und du vermeidest, dass der Rand ungewollt mit eingefärbt wird. Gerade bei Stempeln, die nicht komplett rund oder besonders groß sind, macht das einen riesigen Unterschied.
Denn wenn der Rand Farbe abbekommt und du beim Abstempeln minimal wackelst, hast du plötzlich diesen unschönen Rahmen um dein Motiv. Das sieht dann schnell aus wie „Anfängerfehler“, obwohl das Motiv eigentlich großartig ist. Von oben einfärben ist deshalb nicht nur sauberer, es nimmt dir auch dieses Unsicherheits-Wackeln raus, weil du nicht das Gefühl hast, du müsstest extra stark drücken.
Warum müssen filigrane Stempel das Papier nur küssen?
Tipp Nummer 2 ist für alle, die Konfetti, feine Schrift oder zarte Details lieben. Filigrane Stempel funktionieren anders als große Motive. Da gilt: Der Stempel küsst das Papier.
Im Video zeige ich dir den Unterschied direkt am Ergebnis. Wenn du sanft arbeitest, bekommst du diese schönen feinen Punkte oder dünne Linien, für die du den Stempel ja überhaupt gekauft hast. Wenn du dagegen zu fest drückst, passiert etwas, das viele nicht verstehen: Du drückst nicht nur das Motiv, du drückst auch die Flächen mit, die beim Lasern um das Motiv herum entstehen. Dann siehst du plötzlich Vierecke oder dicke, matschige Konturen und wunderst dich, warum dein Konfetti nicht mehr wie Konfetti aussieht.
Das ist kein „du kannst nicht stempeln“, das ist einfach Physik und Material. Zartes Motiv, zarter Druck. Dann bleibt es hübsch.
Wie bekommst du große Stempel vollflächig und sauber aufs Papier?
Tipp Nummer 3 ist das Gegenteil davon. Wenn das Motiv groß ist, reicht „küssen“ nicht mehr. Dann willst du, dass wirklich alles Kontakt zum Papier hat.
Im Video zeige ich dir deshalb, wie ich große Stempel setze, am liebsten im Stehen, und dann mit der Handfläche gleichmäßig Druck gebe. Nicht hektisch, nicht wackeln, nicht nachdrücken an einer Ecke, sondern einmal ruhig, flächig, fertig. Genauso bekommst du einen Abdruck, der vollständig ist, ohne dass du ringsrum wieder den Rand mit auf dem Papier hast.
Was ist der Plus Tipp aus der Zauberschublade?
Zum Schluss kommt der Tipp, der Karten sofort „gemacht“ aussehen lässt, selbst wenn du nur ein Motiv gestempelt hast. Viele stempeln dann weiter und weiter, weil ihnen die Karte zu nackt vorkommt. Muss gar nicht sein.
Ich hole aus der Zauberschublade Mikroliner von SAKURA, also ultradünne Fineliner, und zeige dir, wie du ganz schnell einen Rahmen freihändig zeichnest. Wichtig ist nur, dass der Stift wasserfest ist. Du siehst im Video, wie so ein einfacher Rand mit zwei kleinen Zusatzlinien die Karte optisch zusammenhält. Plötzlich wirkt das Motiv nicht mehr verloren, sondern wie bewusst gestaltet. Und genau das ist dieser kleine Unterschied, der aus einer gestempelten Karte eine „fertige“ Karte macht.
Wenn du Stempeln bisher für simpel gehalten hast oder dachtest, deine Abdrücke werden einfach nie so schön wie bei anderen, dann lohnt sich dieses Video richtig. Du siehst jeden Schritt, du siehst die typischen Fehler direkt im Vergleich und du kannst es sofort nachmachen. Und wenn du Lust hast, schreib mir in die Kommentare, welche Stempelthemen du als nächstes sehen willst. Dann machen wir daraus einfach das nächste Video.