Color Blocking - Jesin Gießpulver - Anleitung
DIY - Kreativ sein - Tutorial
Passende Workshops zu Gießen & Form
Darum gehts im Video:
Color Blocking klingt erst einmal nach Mode, Laufsteg und ziemlich mutigen Farbkombinationen. Und genau dort ist der Begriff auch stark bekannt geworden. Ursprünglich kommt die Idee aus der Kunst und wird häufig mit klaren, geometrischen Farbflächen im Stil von Piet Mondrian verbunden. Später wurde der Look besonders durch die Mode der 1960er-Jahre populär, unter anderem durch die berühmten Mondrian-Kleider von Yves Saint Laurent. Beim Color Blocking geht es also nicht um zarte Übergänge, sondern um bewusst gesetzte Farbflächen, starke Kontraste und klare Trennlinien.
Im WeserklecksWERK wird daraus eine wunderbare Gießtechnik mit JESIN. Mehrere Farben werden nicht wild miteinander vermischt, sondern nacheinander gegossen. Die Farben bleiben sichtbar voneinander getrennt. Genau dadurch entsteht dieser besondere Effekt: ruhig, klar, modern und trotzdem richtig schön bunt.
Was bedeutet Color Blocking beim Gießen?
Beim Color Blocking mit JESIN werden verschiedene Farbschichten so gegossen, dass sie sich nicht oder nur sehr wenig miteinander vermischen. Eine Farbe wird in die Silikonform gegeben, darf kurz trocknen und wird anschließend mit einer zweiten Farbe aufgegossen oder ergänzt. So entstehen klare Linien, sichtbare Blöcke und spannende Kontraste.
Das funktioniert in der Höhe, wenn Farben übereinander geschichtet werden. Es funktioniert aber auch in der Breite, wenn nur ein Rand, eine Seite oder ein bestimmter Bereich einer Form eingefärbt wird. Eine Schale kann außen lila und innen neongelb werden. Ein Teelichthalter kann unten einen klaren Farbring bekommen. Eine flache Form kann teilweise eingefärbt werden, ohne dass gleich alles ineinander läuft.
Der Unterschied zum Marbeln ist dabei wichtig: Beim Marbeln sollen Farben bewusst miteinander spielen, sich bewegen und marmorierte Muster bilden. Beim Color Blocking geht es um Kontrolle. Die Farbe soll bleiben, wo sie hingegossen wurde.
Warum ist JESIN dafür so gut geeignet?
JESIN ist für solche Techniken ein dankbares Material, weil es sich sehr fein verarbeiten lässt, eine schöne glatte Masse bildet und mit Pigmenten intensiv eingefärbt werden kann. Schon wenige Tropfen Farbe reichen aus, um aus dem hellen Grundton einen kräftigen Farbton zu machen. Im Video wird das sehr schön sichtbar: Aus ein paar Tropfen Lila entsteht ein zarter Fliederton, Neongelb bringt sofort Leuchtkraft in die Masse und Orange zeigt eindrucksvoll, dass manchmal auch kleine Farbunfälle noch gerettet werden können.
Ein großer Vorteil von JESIN ist außerdem die Robustheit. Das Material ist stoßfester als viele klassische Gießpulver, kann Gewicht aushalten und eignet sich je nach Projekt auch für dekorative Stücke im Innen- und Außenbereich. Für Workshops ist das ideal, weil die fertigen Teile nicht nur schön aussehen, sondern sich auch wertig anfühlen und im Alltag etwas aushalten.
Dazu kommt: Das Mischverhältnis ist angenehm einfach. Im Video wird mit einem Verhältnis von 1:2 gearbeitet, also ein Teil Flüssigkeit und zwei Teile Pulver. Bei 300 Gramm Gesamtmasse bedeutet das 100 Gramm Flüssigkeit und 200 Gramm Pulver. Das macht JESIN auch für Einsteigerinnen und Einsteiger gut greifbar.
Warum ist Timing beim Color Blocking so entscheidend?
Timing ist keine Stadt in China, sondern ein Fluss. Kleiner Scherz, aber der wichtigste Punkt beim Color Blocking ist Geduld. Die erste Farbschicht muss etwas anziehen, bevor die nächste Farbe darauf gegossen wird. Im Video wird dafür eine Wartezeit von etwa 10 bis 15 Minuten genannt. Das ist der Moment, in dem die untere Schicht nicht mehr komplett flüssig ist, sich aber noch gut mit der neuen Schicht verbinden kann.
Wird zu früh weitergegossen, laufen die Farben ineinander. Wird zu spät weitergegossen, verbinden sich die Schichten nicht mehr so schön. Genau da liegt der kleine Zauber dieser Technik: Man muss den richtigen Moment erwischen. Zwischen den verschiedenen Farben oder Schichten sollten mindestens 10 Minuten liegen, es dürfen auch wenige Stunden sein, aber kein Tag oder Tage, weil es dann keine Garantie gibt, dass die Massen langfristig verbunden bleiben.
Und ganz wichtig: Sobald eine Schicht anfängt anzuziehen, sollte die Form nicht mehr bewegt oder geschüttelt werden. Sonst verschwimmt der klare Rand. Wer saubere Linien möchte, braucht Ruhe, eine gerade Arbeitsfläche und ein bisschen Vertrauen in das Material.
Wie wird im Video gearbeitet?
Im Video werden unterschiedliche Formen genutzt, um zu zeigen, wie vielseitig Color Blocking sein kann. Zuerst wird JESIN angerührt. Dabei wird die Flüssigkeit abgewogen, anschließend das Pulver ergänzt und alles zu einer glatten, pfannkuchenteigartigen Masse verrührt. Der Tipp aus der Praxis: Beim Rühren möglichst mit dem Rührelement am Boden bleiben, damit nicht unnötig viele Luftblasen entstehen.
Danach wird eingefärbt. Patrick startet mit Lilalu und gießt die erste Schicht in eine Form. Dabei zeigt sich direkt ein wichtiger Trick: Bei höheren Formen wird möglichst mittig gegossen, damit die Masse wie bei einem kleinen Schokobrunnen gleichmäßig nach unten läuft. So entstehen außen keine ungewollten Kleckse an Stellen, an denen später eigentlich eine saubere zweite Farbe sichtbar sein soll.
Anschließend wird gewartet. Nach etwa 10 bis 15 Minuten folgt die nächste Farbe. Im Video wird unter anderem mit Neongelb weitergearbeitet. Die zweite Schicht wird langsam und vorsichtig aufgegossen, damit nichts überläuft und sich die untere Schicht nicht wieder löst.
Parallel zeigt Franzi auch flache Formen und Randtechniken. Dort kann Color Blocking bedeuten, nur einen Teil der Form zu füllen, den Rand einzufärben oder mit kleinen Restmengen noch ein zusätzliches Mini-Projekt zu gießen. Genau das macht diese Technik so sympathisch: Auch Reste können kreativ genutzt werden.
Was passiert, wenn zu viel Farbe in die Masse kommt?
Auch das wird im Video nicht versteckt. Beim Orange passiert ein klassischer Werkstatt-Moment: Es kommt zu viel Pigment in die Masse. Statt alles wegzuwerfen, wird die überschüssige Farbe abgeschöpft und der Rest gründlich untergerührt. Das ist wichtig, denn reine Farbe sollte nicht einfach unverbunden in die Form gegossen werden. Die Pigmente müssen sich mit der JESIN-Masse verbinden.
Der Hinweis dazu ist klar: Nicht mehr als etwa 5 Prozent Farbe in die Masse geben. Zu viel Pigment kann die Verarbeitung verändern, die Trocknung verlängern oder das Ergebnis beeinflussen. Trotzdem zeigt das Video sehr schön, dass nicht jeder kleine Fehler gleich ein gescheitertes Projekt bedeutet. Ruhe bewahren, retten, weitermachen. Genau so entstehen oft die spannendsten Stücke.
Welche Fehler lassen sich leicht vermeiden?
Der erste Fehler ist Ungeduld. Color Blocking braucht ein bisschen Zeit. Wer nach zwei Minuten schon die nächste Farbe draufgießt, bekommt eher Marmorierung als klare Blöcke.
Der zweite Fehler sind Wasserreste. JESIN und Wasserreste in Bechern oder Silikonformen sind keine gute Kombination. Formen und Werkzeuge sollten trocken sein, sonst können Wasserflecken entstehen oder die Oberfläche leidet.
Der dritte Fehler ist zu viel Bewegung, bei Jens persönlich ist das Gegenteil das Problem, aber bei JESIN ist hier weniger eher mehr. Gerade wenn die erste Schicht schon anzieht, sollte nicht mehr geklopft oder stark gewackelt werden. Luftblasen können beim Color Blocking nicht immer so konsequent herausgeklopft werden wie bei einem einfarbigen Guss, weil sonst die Farbkante leiden kann.
Der vierte Fehler ist zu hastiges Gießen. Lieber langsam, kontrolliert und mit kleinen Pausen arbeiten. Die Masse darf sich ausnivelieren, also von selbst verteilen. Gerade bei Schalen, Teelichthaltern oder gerillten Formen macht das den Unterschied zwischen „ganz nett“ und „richtig sauber“.
Welche Farben passen beim Color Blocking zusammen?
Eigentlich fast alle. Genau das macht die Technik so modern. Rosa und Rot, Grün und Gelb, Lila und Neongelb, Orange und Braun, Schwarz und Naturton: Was früher vielleicht als mutig galt, kann heute richtig gut aussehen. Beim Color Blocking entsteht Ruhe durch Trennung. Selbst kräftige Farben wirken harmonischer, wenn sie nicht ineinander matschen, sondern klar nebeneinanderstehen. Deshalb darf man sich ruhig trauen. Wer es sanfter mag, kombiniert Naturtöne mit einer Akzentfarbe. Wer es lauter mag, nimmt Neon, Pink, Orange oder Lila. Und wer ganz sicher gehen möchte, testet kleine Restmengen in Mini-Formen.
Warum passt Color Blocking so gut ins WeserklecksWERK?
Color Blocking ist eine Technik, die perfekt zum WeserklecksWERK passt, weil sie kreativ ist, aber nicht kompliziert. Sie braucht keine perfekte Künstlerhand, sondern etwas Gefühl für Material, Timing und Farbe. Genau das macht sie ideal für Workshops, für Anfängerinnen und Anfänger und für alle, die mit JESIN mehr machen möchten als nur eine Form einfarbig auszugießen.
Im WeserklecksWERK wird daraus kein steifer Technikunterricht, sondern ein kreativer Prozess mit Lachen, Ausprobieren, kleinen Pannen und schönen Ergebnissen. Es wird erklärt, warum etwas funktioniert, aber auch gezeigt, was passiert, wenn mal etwas nicht nach Plan läuft. Genau dadurch wird die Technik greifbar.
Wie geht es weiter?
Color Blocking ist ein wunderbarer Einstieg in die Welt der JESIN-Techniken. Wer das Prinzip verstanden hat, kann später Marbeln, Terrazzo, Mixed Media, Schriftzüge mit Pipette oder weitere Farbschichtungen ausprobieren. Im Video wird bereits angekündigt, dass das Marbeln als nächstes Thema folgen soll. Das passt perfekt, denn Color Blocking und Marbling können später sogar miteinander kombiniert werden.
Für alle, die direkt loslegen möchten, lohnt sich ein Blick auf das JESIN-Sortiment bei mrscolorberry.com. Mit dem Code KLECKS15 gibt es nicht 5 Prozent, nicht 10 Prozent, sondern satte 15 Prozent Rabatt auf das gesamte JESIN-Sortiment. Damit darf dann ruhig ein bisschen mehr Farbe, Pulver, Form und Zubehör in den Warenkorb wandern. Schließlich braucht kreatives Ausprobieren Material. Und manchmal auch eine zweite Lieblingsfarbe.