JESIN: Color Blocking trifft Marble-Effekt | Tutorial
Kreativ sein mit WeserklecksWERK Franzi
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Darum gehts im Video:
JESIN® Color Blocking und Marble-Effekt: Zwei Gießtechniken, eine wunderschöne Bowl!
Wie kombiniert man Color Blocking mit einer Marmorierung? Wie entstehen saubere Farbkanten und warum kommt es beim Gießen auf die richtige Reihenfolge an? Im WeserklecksWERK wird heute wieder fleißig gegossen. Franzi zeigt in ihrem neuen Video, wie aus JESIN®, etwas Farbe und einer Silikonform eine ganz besondere Dekoschale entsteht. Und weil beim kreativen Arbeiten bekanntlich nicht immer alles nach Plan läuft, gibt es neben einer ausführlichen Anleitung auch jede Menge praktische Tipps und kleine Tricks aus unseren Workshops.
Was ist JESIN® und warum eignet es sich so gut für kreative Gießprojekte?
JESIN® ist ein wasserbasiertes Zweikomponenten-Gießmaterial der deutschen Marke Mrs.Colorberry. Es besteht aus einer Flüssigkeit und einem Pulver, die im Verhältnis 1:2 nach Gewicht miteinander vermischt werden. Das bedeutet, auf 100 Gramm Flüssigkeit kommen 200 Gramm Pulver. Daraus entstehen 300 Gramm gebrauchsfertige Gießmasse. Nach dem gründlichen Verrühren entsteht eine cremige Masse, die in ihrer Konsistenz ein wenig an Pfannkuchenteig erinnert. Sie lässt sich in Silikonformen gießen, mit speziellen Farbpigmenten einfärben und für ganz unterschiedliche Gestaltungstechniken verwenden.
Besonders schön ist dabei der natürliche Grundton von JESIN®. Anders als viele klassische Gießpulver ist das Material nicht strahlend weiß, sondern besitzt einen leicht warmen, eierschalenfarbenen Farbton. Dadurch wirken auch ungefärbte Bereiche angenehm natürlich. JESIN® bietet eine Verarbeitungszeit von ungefähr 20 Minuten und lässt sich je nach Objekt und Umgebungsbedingungen häufig bereits nach etwa 20 bis 30 Minuten aus der Silikonform lösen. Genau diese Eigenschaften machen das Material interessant für kreative Heimdekorationen, Schalen, Untersetzer, Kerzenhalter und zahlreiche weitere DIY-Projekte.
Was ist Color Blocking und was unterscheidet die Technik vom Marbeln?
Beim Color Blocking werden unterschiedliche Farben in klar voneinander abgegrenzten Bereichen eingesetzt. Statt die Farben ineinander verlaufen zu lassen, entstehen bewusst gestaltete Farbflächen mit einer möglichst sauberen Trennlinie. Das kann ganz minimalistisch aussehen, beispielsweise mit zwei ruhigen Naturtönen. Es funktioniert aber genauso gut mit kräftigen Kontrastfarben, die dem fertigen Objekt einen besonders modernen Charakter verleihen.
Beim Marbeln, also beim Marmorieren, ist dagegen genau das Gegenteil erwünscht. Hier dürfen sich die Farben bewegen, ineinanderfließen und unregelmäßige Muster bilden. Durch gezieltes Einbringen von flüssigen Farbpigmenten und sanfte Bewegungen entstehen Strukturen, die an natürlichen Marmor erinnern. Das Besondere dabei ist die Unvorhersehbarkeit. Selbst wenn zweimal dieselben Farben und dieselben Mengen verwendet werden, kann das Ergebnis völlig unterschiedlich aussehen. Schließlich entscheidet nicht nur die Farbmenge über das Muster, sondern auch die Bewegung beim Rühren und Gießen. Und genau das macht die Kombination beider Techniken so spannend. Auf der einen Seite gibt es den lebendigen, fast zufälligen Marble-Effekt, auf der anderen Seite eine klare und bewusst gestaltete Farbfläche.
Warum beginnt Franzi bei ihrer Bowl mit dem Marble-Effekt?
Für dieses Projekt hat sich Franzi eine große Bowl ausgesucht, eine dekorative Schalenform, die auch in unseren Workshops besonders beliebt ist. Insgesamt fasst die Form ungefähr 900 Gramm angerührtes JESIN®.
Die Schale soll später einen marmorierten Bereich aus Currygelb und Neongelb bekommen. Als kräftiger Kontrast dient ein leuchtendes Royalblau mit dem passenden Farbnamen BLUE BLUB. Dabei gibt es direkt einen wichtigen Punkt zu beachten: Die Reihenfolge beim Gießen entscheidet darüber, welche Farbe später im Inneren der fertigen Schale sichtbar wird. Franzi beginnt deshalb mit der gelben Marmorierung. Die zuerst eingefüllte Masse bildet später den sichtbaren inneren Bereich der Bowl. Erst danach kommt die blaue Schicht hinzu.
Wer die Farbanordnung verändern möchte, kann die Reihenfolge natürlich umdrehen. Kreativ sein bedeutet schließlich auch, die Regeln zu kennen, damit man anschließend ganz bewusst mit ihnen spielen kann.
Wie viel JESIN® wird für die beiden Farbschichten benötigt?
Die Bowl benötigt insgesamt 900 Gramm Gießmasse. Da zwei unterschiedliche Techniken miteinander kombiniert werden, teilt Franzi die benötigte Menge in zwei Portionen auf. Für die erste Schicht werden 150 Gramm JESIN® Flüssigkeit und 300 Gramm JESIN® Pulver abgewogen. Daraus entstehen 450 Gramm Gießmasse für den Marble-Effekt. Für die zweite, blaue Schicht wird anschließend noch einmal dieselbe Menge angerührt.
Die Waage sollte dabei unbedingt auf Gramm eingestellt sein. Gerade beim Arbeiten mit Zweikomponentenmaterialien ist das korrekte Mischungsverhältnis entscheidend für ein gutes Ergebnis.
Franzi beginnt beim Anmischen immer mit der Flüssigkeit und gibt anschließend das Pulver hinzu. Die Flüssigkeitsflasche sollte dabei nicht unnötig geschüttelt werden, da dadurch zusätzliche Luftblasen entstehen können. Danach wird alles gründlich miteinander verrührt, bis die Masse möglichst klümpchenfrei ist. Das funktioniert von Hand mit einem Spatel oder bei größeren Mengen auch mit einem geeigneten Rühraufsatz. Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Hartnäckige Klümpchen lassen sich mit dem Spatel am Becherrand zerdrücken. So entsteht eine gleichmäßige und angenehm cremige Gießmasse.
Wie entsteht der Marble-Effekt mit Neongelb und Currygelb?
Für die Marmorierung verwendet Franzi die flüssigen Farbpigmente von Mrs.Colorberry, die sogenannten LIQU-MENTs. Diese sind hochkonzentriert und können tropfenweise dosiert werden. Zunächst werden einige Tropfen Neongelb und Currygelb in die angerührte JESIN® Masse gegeben. Die Farben sollten vorher gut geschüttelt werden, damit sich die Pigmente gleichmäßig verteilen. Bei diesem Projekt reichen insgesamt etwa sieben Tropfen, um einen schönen Marmoreffekt zu erzeugen.
Jetzt kommt der entscheidende Handgriff: Statt die Farben vollständig unterzurühren, drückt Franzi sie mit dem Spatel zunächst etwas tiefer in die Masse. Anschließend zieht sie vorsichtige Wellenbewegungen durch die Mischung. Das erinnert ein wenig an einen Marmorkuchen, bei dem mit einer Gabel die dunkle und helle Teigmasse miteinander verwirbelt werden. Wichtig ist, nicht zu lange und nicht zu intensiv zu rühren. Schließlich soll aus den beiden Farben keine gleichmäßig eingefärbte Masse werden, sondern eine lebendige Marmorierung mit deutlich erkennbaren Farbverläufen.
Wie bekommt man beim Color Blocking eine möglichst gerade Farbkante?
Diese Frage gehört zu den häufigsten Fragen in unseren JESIN® Workshops. Besonders bei höheren Formen, Schalen oder Gefäßen ist es nicht immer einfach, die einzelnen Farbschichten sauber voneinander zu trennen. Franzi hat dafür einen sehr anschaulichen Vergleich: Man sollte beim Gießen an einen Schokoladenbrunnen denken. Das bedeutet, die Gießmasse wird möglichst mittig in die Form gegossen. Von dort aus verteilt sie sich gleichmäßig nach außen. Wer dagegen versucht, die Masse direkt am Rand entlang einzufüllen, riskiert unschöne Farbnasen oder unregelmäßige Übergänge. Die Flüssigkeit kann an der Formwand entlanglaufen und später sichtbare Flecken hinterlassen. Ebenso wichtig ist ein waagerechter Untergrund. Schon eine leicht schiefe Arbeitsfläche kann dafür sorgen, dass die Farblinie auf einer Seite höher liegt als auf der anderen.
Genau diese Erfahrung macht Franzi übrigens auch in diesem Video. Die Kücheninsel ist offenbar nicht ganz gerade. Beim fertigen Objekt ist deshalb zu erkennen, dass die Trennlinie leicht schräg verläuft.
Aber auch das gehört zum kreativen Arbeiten dazu. Nicht jedes selbst gegossene Stück muss aussehen, als wäre es industriell gefertigt worden. Gerade die kleinen Besonderheiten machen aus einem DIY-Projekt ein persönliches Unikat.
Warum müssen zwischen den beiden Gießvorgängen einige Minuten liegen?
Damit die beiden Farben klar voneinander getrennt bleiben, darf die zweite Schicht nicht sofort auf die erste gegossen werden. Würde Franzi die blaue Masse direkt auf die noch vollständig flüssige gelbe Marmorierung geben, könnten sich die Farben miteinander vermischen. Die gewünschte saubere Trennlinie wäre damit dahin. Aus diesem Grund lässt sie die erste Schicht zunächst ungefähr zehn Minuten ruhen und beginnt erst dann mit dem Anmischen der zweiten Portion.
Nach insgesamt etwa 15 Minuten ist die zuerst gegossene Schicht ausreichend angezogen, um die nächste Schicht aufzunehmen, ohne dass sich die Farben stark miteinander vermischen. Die genaue Zeit hängt natürlich auch von der Temperatur und den Bedingungen beim Gießen ab. Wichtig ist, dass die erste Schicht bereits genügend Festigkeit besitzt, sich aber noch gut mit der nächsten verbinden kann. Deshalb sollten die beiden Gießvorgänge möglichst innerhalb eines zusammenhängenden Arbeitsablaufs erfolgen.
Wie entsteht die kräftig blaue zweite Schicht?
Für die zweite Portion rührt Franzi erneut 450 Gramm JESIN® an. Diesmal kommt das kräftige Blau namens BLUE BLUB zum Einsatz. Die Farbe wird nach und nach zugegeben und sorgfältig eingerührt. Je nach Pigmentmenge verändert sich die Intensität. Von einem hellen Blauton bis zu einem kräftigen Royalblau sind unterschiedliche Abstufungen möglich. Franzi entscheidet sich bewusst für eine intensive Variante, die einen starken Kontrast zur gelben Marmorierung bildet. Sobald die erste Schicht ausreichend fest ist, wird die blaue Masse vorsichtig eingefüllt. Anschließend muss die Bowl erneut ruhen.
Dabei gilt eine wichtige Regel: Die Wartezeit bis zum Entformen richtet sich nach der zuletzt gegossenen Schicht. Auch wenn der untere Bereich bereits deutlich länger in der Silikonform liegt, muss die frisch eingefüllte Masse erst ausreichend aushärten.
Wie lässt sich eine hohe Silikonform beschädigungsfrei entfernen?
Nach ungefähr 20 Minuten ist es endlich so weit. Franzi überprüft zunächst vorsichtig die Temperatur und Festigkeit des Gussstücks. Das Material darf noch etwas warm sein, sollte aber nicht mehr heiß wirken. Anschließend beginnt das Entformen. Gerade bei hohen Schalen oder Gefäßen kann dieser Schritt zunächst etwas schwierig erscheinen. Deshalb empfiehlt Franzi, die Silikonform rundherum vorsichtig mit den Daumen vom Gussstück zu lösen. Dadurch gelangt Luft zwischen Form und Objekt, wodurch sich die Silikonhülle leichter entfernen lässt. Danach wird die flexible Form behutsam nach außen umgekrempelt, statt das fertige Objekt mit Gewalt herauszudrücken.
Und dann zeigt sich endlich das Ergebnis: Eine Bowl mit einer lebendigen gelben Marmorierung und einem intensiven royalblauen Farbblock. Was während des Gießens noch nicht vollständig zu erkennen war, wird beim Entformen sichtbar. Die Farben bilden einen ungewöhnlichen, aber sehr harmonischen Kontrast.
Kann man das Verhältnis zwischen Marble und Color Blocking verändern?
Natürlich! Genau das ist einer der großen Vorteile dieser Technik. Für die Bowl aus dem Video wurden beide Schichten mit jeweils 450 Gramm gleich groß angelegt. Dadurch entsteht eine ungefähr hälftige Farbaufteilung.
Wer lieber einen kleineren Marmorbereich und eine größere einfarbige Fläche möchte, kann die Mengen entsprechend verändern. Beispielsweise könnte ein Drittel der Gesamtmenge für die Marmorierung und zwei Drittel für die einfarbige Schicht verwendet werden. Umgekehrt funktioniert das selbstverständlich ebenfalls.
Auf diese Weise können selbst mit einer einzigen Silikonform ganz unterschiedliche Ergebnisse entstehen. Dazu kommen die zahlreichen Möglichkeiten bei der Farbauswahl. Ob harmonische Pastelltöne, kräftige Kontraste oder klassische Schwarz-Weiß-Kombinationen, erlaubt ist, was gefällt.
Wie wird die fertige JESIN® Bowl geschützt und versiegelt?
Nach dem Entformen sollte das fertige Objekt zunächst vollständig durchtrocknen und aushärten. Für eine mögliche Versiegelung eignet sich beispielsweise das pflanzliche Wachs SHEA SEAL von Mrs.Colorberry.
Diese Versiegelung schützt die Oberfläche gegen Verschmutzungen und Feuchtigkeit und kann nach Herstellerangaben auch für den Kontakt mit Lebensmitteln verwendet werden. Wichtig ist dabei, dass unbehandeltes JESIN® selbst nicht lebensmittelecht ist. Die geeignete Versiegelung macht also den entscheidenden Unterschied. Heiße Speisen, dauerhafte Wasserbelastung und die Spülmaschine sind auch bei einer entsprechend versiegelten Schale keine gute Idee.
Wer seine Bowl als Dekoschale nutzen möchte, kann sie selbstverständlich ebenso gut für Schmuck, Schlüssel oder andere Kleinigkeiten verwenden. Und falls die fertige Schale durch einen leicht schiefen Guss nicht ganz gerade auf dem Tisch steht, gibt es ebenfalls eine einfache Lösung: Kleine Füßchen aus Filz oder Kork können nach dem vollständigen Durchtrocknen auf die Unterseite geklebt werden.
Was sollte man beim Reinigen der Werkzeuge unbedingt beachten?
Ein besonders wichtiger Tipp kommt zum Schluss. Übrig gebliebenes JESIN® gehört niemals im flüssigen Zustand in den Abfluss. Das Material härtet schließlich aus und kann dadurch auch Abflussrohre verstopfen. Dass die Beseitigung solcher Verstopfungen ziemlich teuer werden kann, weiß man im WeserklecksWERK übrigens aus eigener Erfahrung. Deshalb empfiehlt Franzi, die Reste im Mischbecher zunächst fest werden zu lassen. Anschließend können sie mechanisch gelöst und über den Restmüll entsorgt werden. Auch Spatel und andere Werkzeuge sollten zuerst von Materialresten befreit werden, bevor sie mit Wasser nachgereinigt werden.
Warum lohnt es sich, Color Blocking und Marbeln miteinander zu kombinieren?
Das Schöne an diesem Projekt ist die Mischung aus Kontrolle und Zufall. Beim Color Blocking bestimmen wir bewusst, wo eine Farbe beginnt und wo sie endet. Beim Marbeln lassen wir den Farben dagegen ihren eigenen Lauf. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen einer klaren Formgebung und einem lebendigen Muster.
Die im Video entstandene Bowl zeigt sehr schön, dass es dafür weder komplizierte Werkzeuge noch jahrelange Erfahrung braucht. Entscheidend sind das richtige Mischungsverhältnis, ein gutes Gefühl für die Konsistenz und etwas Geduld zwischen den einzelnen Gießvorgängen. Und wer einmal erlebt hat, wie sich beim Entformen das fertige Marmormuster zeigt, versteht ziemlich schnell, warum diese Technik so viel Freude macht.
Lust bekommen, selbst kreativ zu werden?
Im WeserklecksWERK dreht sich alles darum, kreative Ideen gemeinsam auszuprobieren, neue Techniken kennenzulernen und mit den eigenen Händen etwas Schönes zu erschaffen. In unseren Kreativ-Workshops zeigen wir verschiedene Gießtechniken, erklären die Materialien und helfen dabei, individuelle Wohnaccessoires und kleine Kunstwerke zu gestalten. Dabei geht es nicht darum, dass alles perfekt wird, sondern um Freude am Ausprobieren, am Gestalten und natürlich am fertigen Ergebnis. Schaut euch das Video mit Franzi an und entdeckt, wie einfach sich Marble-Effekt und Color Blocking miteinander verbinden lassen.